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Metalcore vs. Metal: Die große Kluft, der Streit und warum es keine Rolle mehr spielt (Ausgabe 2026)


Von Mia Abraham
5 Min. Lesezeit

Metal vs Metalcore Split Face Art

Wer länger als fünf Minuten in einem Metal-Forum unterwegs war, kennt den Krieg. „Metalcore ist kein richtiger Metal!“, brüllt der Purist in der Jeansweste. „Okay, Boomer“, kontert der Junge in der übergroßen Windjacke. Es ist wohl der älteste und abgedroschenste Streit in der Heavy-Musikszene – ein Bürgerkrieg zwischen den Hütern der alten Garde und der Energie der New Wave.

Doch jenseits der Memes, der Gatekeeping-Mentalität und der Internetstreitigkeiten, worin besteht eigentlich der Unterschied? Geht es nur um Frisuren? Ist es lediglich das Vorhandensein eines Breakdowns? Oder reicht es tiefer in die DNA des Songwritings hinein?

Im Jahr 2025, wenn Genre-übergreifende Giganten wie Spiritbox , Bad Omens und Sleep Token die Grenzen mehr denn je verwischen, ist es an der Zeit, endgültig Klarheit zu schaffen. Lasst uns die Wurzeln, die klanglichen Merkmale, den Kulturkonflikt analysieren und herausfinden, warum letztendlich alles einfach nur harte Musik ist.

1. Die Abstammung: Woher kommen sie?

Um den Klang zu verstehen, muss man den Stammbaum verstehen.

  • Heavy Metal hat seine Wurzeln im Bluesrock. Man denke an Black Sabbath und Led Zeppelin . Er entwickelte sich zur Geschwindigkeit des Thrash Metal (Metallica) und zur Härte des Death Metal, blieb aber stets der Tradition des Rock ’n’ Roll und seiner virtuosen Gitarrensoli treu.
  • Metalcore ist, wie der Name schon sagt, die uneheliche Mischung aus Extreme Metal und Hardcore Punk . Entstanden in den 90er Jahren mit Bands wie Earth Crisis und Converge , übernahm er die schweren Riffs des Metal, verzichtete aber auf die „Rockstar“-Soli und ersetzte sie durch die rohe, rhythmische Aggression und die Moshpit-Mentalität des Hardcore.

2. Runde 1: Die Sonic-DNA

Metal-Solo vs. Metalcore: Vergleichsillustration

Der Riff: Galoppieren vs. Stochern

Metal- Riffs sind oft galoppierend (man denke an den Dum-da-da-dum-da-da- Rhythmus von Iron Maiden). Sie sind treibend, konstant und oft melodisch. Der Fokus liegt auf der Vorwärtsbewegung.

Metalcore -Riffs haben einen treibenden Rhythmus. Sie basieren stark auf Synkopen und Stakkato-Rhythmen. Musiker verwenden oft tiefere Drop-Tunings (Drop C, Drop A oder sogar tiefer), um einen perkussiven, wuchtigen Sound zu erzeugen. Die berüchtigte „0-0-0-0“-Notation ist nicht nur ein Meme, sondern ein rhythmisches Hilfsmittel, das speziell für die Bassdrum entwickelt wurde.

Der Höhepunkt: Das Solo vs. der Zusammenbruch

Das ist der entscheidende Unterschied. Im traditionellen Metal ist der emotionale Höhepunkt des Songs das Gitarrensolo – eine Demonstration technischer Virtuosität, Melodie und individuellem Können.

Im Metalcore ist der Höhepunkt der Breakdown . Das Tempo verlangsamt sich, die Gitarren werden tiefer gestimmt, und es geht nicht darum, mit virtuosen Gitarrensoli zu beeindrucken, sondern um pure körperliche Entladung. Dieser Moment ist einzig und allein für den Moshpit gedacht, bei dem die Wucht wichtiger ist als die Komplexität.

Der Gesang: Dämonen gegen Dualität

Während Death Metal gutturale Laute und Power Metal opernhaften Gesang einsetzt, popularisierte Metalcore die „Guter Bulle/Böser Bulle“ -Dynamik. Dieser Stil wechselt zwischen harschen Schreien (oftmals „Fry Screams“, die rauer und emotionaler klingen) und eingängigen, klar gesungenen Refrains. Diese Mischung aus Aggression und Pop-Sensibilität ist genau das, was Metalcore zum Durchbruch im Mainstream verhalf – und genau das, was Puristen daran hassen.

3. Runde 2: Der Kulturkonflikt

Metalhead vs. Metalcore Kindermodestil

Mode: Kampfjacken vs. Moderne Ästhetik

Metal- Mode ist zeitlos und tribal. Lange Haare, mit Aufnähern übersäte Jeansjacken, Kampfstiefel und schwarze Band-Shirts mit unleserlichen Logos. Es geht um Beständigkeit und Tradition.

Metalcore -Mode ist schärfer, trendiger und fließender. Man sieht kurze Haare mit Undercuts, Nackentattoos, Oversize-Streetwear, Windbreaker und Vans. Sie ist stark von Hardcore-Punk, Hip-Hop und sogar der Gothic-Ästhetik beeinflusst. Tatsächlich gibt es erhebliche visuelle Überschneidungen zwischen den Subkulturen Metalcore, Emo und Gothic. (Du bist dir über den Unterschied nicht im Klaren? Dann lies unseren ausführlichen Artikel zu Emo vs. Gothic, um Klarheit zu schaffen.)

Die Grube: Stoßen gegen Karate

Wenn du siehst, wie sich Leute in einem chaotischen Kreis drängen, bist du wahrscheinlich auf einem Metal-Konzert. Wenn sie sich Platz schaffen, um mit den Armen wie Windmühlen zu schwingen und Drehkicks auszuführen (was die Menge in Mitleidenschaft zieht), bist du definitiv auf einem Metalcore-Konzert. Der Hardcore-Einfluss macht den Metalcore-Tanz individueller und aggressiver als den gemeinschaftlichen „Push-Mosh“ im Metal.

4. Die Vergleichsmatrix

Immer noch verwirrt? Hier die Übersicht auf einen Blick.

Besonderheit Traditionelles Metall Metalcore
Ursprünge Blues Rock, Psychedelic Rock Hardcore Punk + Extremer Metal
Gitarrenstil Galoppierende Riffs, Soli, Standard-/Eb-Stimmung Treibende Riffs, Breakdowns, Drop-Tunings
Gesang Gesang, Knurren, Schreien (normalerweise ein Stil pro Band) Dynamik zwischen Rein- und Schreigeräuschen (Schreie von Brathähnchen sind häufig)
Lyrische Themen Fantasy, Krieg, Geschichte, Okkultismus Persönliche Probleme, Herzschmerz, Politik, Depression
Mode Leder, Denim, lange Haare Tattoos, Streetwear, Kurzhaarfrisuren, Merchandise

5. Die verschwimmenden Grenzen (Ära 2025)

Die Wahrheit ist: Der Krieg ist vorbei. Im Jahr 2025 scheren sich die größten Bands der Welt nicht mehr um Genregrenzen. Bad Omens mischen Metalcore mit R&B im Stil von The Weeknd. Lorna Shore kombiniert Deathcore mit Sinfonieorchestern. Sleep Token … nun ja, niemand weiß so recht, was sie eigentlich sind.

Die „Baddiecore“- und „Cinematic Metal“-Bewegungen haben bewiesen, dass man gleichzeitig hart, sexy, emotional und technisch anspruchsvoll sein kann. Die etablierten Genre-Betreiber verlieren, denn die Musik entwickelt sich weiter. Wir treten in eine Ära des „Post-Genre“-Heavy-Metal ein.

Das Urteil und ein Friedensangebot

Letztendlich dreht sich alles um harte Musik. Ob man nun die komplexen Soli des Thrash oder die rohe Gewalt des Beatdown bevorzugt – wir gehören alle zur selben Gemeinschaft. Die Aggression, die Gemeinschaft und die Katharsis sind das, was wirklich zählt.

Moshpit Unity Metal und Hardcore

Lasst uns also einen Waffenstillstand ausrufen. Um die Kluft zwischen der alten Garde und der neuen Welle zu überbrücken, schlagen wir ein Friedensangebot aus unserer Kollektion vor. Warum nicht das Beste aus beiden Welten feiern?

Für den klassischen Metal-Fan, der den Zusammenhalt und die rohe Kraft liebt, haben wir das Thunderwolf-Plüschtier . Und für den modernen Metalcore-Fan, der seine Gefühle (oder die Farbe Pink) nicht scheut, haben wir den aristokratischen Gothic-Pinkbären .

Donnerwolf-Gothic-Plüschtier
Für den Metalhead

Wild, loyal und unbestreitbar schwer.

Rosa Teddybär-Plüschrucksack
Für den Metalcore-Fan

Emotional, stilvoll und voller Persönlichkeit.

Abschluss

Metalcore und Metal mögen einst Feinde gewesen sein, doch sie nähern sich immer mehr einander an. Die Zukunft der harten Musik liegt nicht in der Parteinahme, sondern darin, das Chaos in all seinen Formen zu zelebrieren. Also, zieht eure Battle Jackets an, rockt eure Windjacken, dreht die Kicks im Moshpit oder headbangt an der Barrikade. Hauptsache, es knallt, es gehört dazu! 🤘


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